Pflege betagter Katzen

Heute widmen wir uns einem Thema, vor dem die meisten Katzenhalter früher oder später stehen. Katzi ist schon lange bei uns und bereits etwas betagt. Doch wie kann man dem in Würde gealterten Fellball das Seniorenleben erleichtern? Wann ist Katzi überhaupt ein Senior und was sollte beachtet werden? (Flauschiger Methusalem) Genauso wie Hundejahre gibt es auch für Katzen einen Umrechnungsfaktor vom Menschenalter ins Katzenäquivalent. Dabei ist die Faustregel sieben Katzenjahre seien ein Menschenjahr leider zu grob. Da Katzen nach ca. 6 Monaten geschlechtsreif sind und mit 1 1/2 Jahren bereits ausgewachsen, kann diese Regel nicht angewendet werden. Mit einem Jahr ist Katzi etwa 15 Menschenjahre, mit 2 schon 24. In menschlicher Obhut können Katzen zwischen 15 und 20 Jahre alt werden. Die älteste Katze, mit dem klangvollen Namen Creme Puff, ist 2005 im stolzen Alter von 38 Jahren gestorben.

Rund 150 in Menschenjahren! Ein wahrlich flauschiger Methusalem. (Je oller je doller) Ab wann ist denn meine Samtpfote ein Senior? Katzen werden zwar schnell erwachsen, brauchen aber relativ lange um „alt“ zu werden. Die Futtermittelindustrie betrachtet teilweise bereits 8jährige Katzen als “alt”. Also quasi mit 48 Menschenjahren. Eigentlich ist das ja noch nicht so alt. Deshalb wird üblicherweise ab einem zweistelligen Katzenalter, 12 Jahre entspricht beispielweise 64 Menschenjahren, von einem Senioren ausgegangen. (Wenn es zwickt und zwackt…) Was braucht meine betagte Mieze? Im Alter stellen sich oft typische Wehwechen ein. Das ist beim Zweibeiner nicht anders als bei unseren vierbeinigen Lieblingen. So können betagte Fellnasen ebenfalls Arthrose, Gelenkprobleme, Diabetis und Demenz bekommen. Auch Marotten wie Starrsinn oder Zerstreutheit können einsetzen bzw. eine Futtersortenfixierung. Als Halter bemerken wir das fortgeschrittene Alter zumeist daran, dass Katzi weniger tobt, mehr schläft und generell anhänglicher ist als früher. Sie ist allgemein gemütlicher und hat einen anderen Energiebedarf als Jungkatzen. Mit den folgenden Tipps klappt es auch mit dem rüstigen Rentnerdasein: (Rüstige Rentner) 1. Futter ist oft das Tages-Highlight für die flauschigen Rentner mit den speziellen Bedürfnissen.

Die Senioren benötigen weniger Kalorien, dafür aber hochwertige Proteine und Vitamine. Spezielles Senioren-Nassfutter wird dem gerecht. Durch den verringerten Phosphorgehalt werden die Nieren geschont. Sie wollen nicht mehr solch große Portionen dafür aber abwechlungsreichere Gaumenfreuden. Gönnen sie ihrem schnurrenden Rentner die Lieblingssorten und dafür mehrere kleinere Portionen über den Tag verteilt. Beruftstätige können hier auf einen zeitgesteuerten Futterautomaten zurückgreifen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist regelmäßiger Stuhlgang. Erfolgt er nicht mindestens alle zwei Tage, obwohl Katzi normal isst, so kann mit etwas Bewegung oder aber Sardinenöl nachgeholfen werden, die Verdauung anzukurbeln. Sind die Zähne infolge Zahnsteinbildung oder durch Zahnfleischrückgang locker oder ausgefallen, so heißt das nicht, dass Miezi auf gewohnte Leckerbissen verzichten muss.

Die Nahrung sollte lediglich eine beißfreundlichere Größe und Konsistenz haben, denn mit den Kiefern kann Katzi noch kraftvoll, wenn auch zahnlos, kleinere Bröckchen verputzen. Beschnuppert die Samtpfote argwöhnisch das gewohnte Futter bei intaktem Gebiss, so ist sie nicht mäkelig, sondern der Geruchs- und Geschmackssinn ist schuld. Dieser wird im Alter schwächer. Abhilfe kann leichtes Erwärmen des Futters schaffen. Dadurch werden die Aromen reaktiviert. Es riecht für uns Menschen schon fast zu streng, aber der Plüschgourmet freut sich. 2. Bewegung fällt nicht nur den älteren Menschen schwer sondern auch unseren greisen vierbeinigen Mitbewohnern. Sie leiden meist unter Arthrose. Untersuchungen haben ergeben, dass 90 Prozent der über 12jährigen Katzen diese schmerzhafte Gelenkerkrankung entwickeln. Wenn Eure Katze weniger spielt als sonst, als Freigänger lieber im Haus bleibt, höhere Plätze meidet, sich nicht mehr überall putzt, sich lieber tragen lässt, jammernd miaut, bei Berührung bestimmter Körperstellen beißt, dann hat sie wahrscheinlich Arthrose. Da diese chronische Erkrankung nicht heilbar ist, solltet ihr eurem Vierbeiner Linderung verschaffen. Durch die schmerzenden Gelenke sind Katzen nicht mehr so beweglich wie einst.

Klettern und Springen fällt schwer und verursacht Schmerzen. Eine Aufstieghilfe vor der Fensterbank oder dem Kratzbaum erleichert den Auf- und Abstieg enorm. Oft werden auch Medikamente vom Tierarzt gegen das Fortschreiten der Gelenkerkrankung und gegen die damit einhergehenden Schmerzen gegeben. Doch nicht immer wandert die Pille so problemlos in die Katze. Hierzu hat Fräulein Maja in Teil 19 ein paar Tipps und Tricks auf Lager. Animiert eure miauenden Renter unbedingt zum Trinken, da Medikamente die Nieren schädigen können. Mit Trinkbrunnen könnt ihr eure Samtpfote zu einer vermehrten Flüssigkeitsaufnahme anregen. Auch wenn die Bewegung schmerzt, so sollten sanfte Spieleinheiten nach Möglichkeit beibehalten werden, da Bewegung die Funktion der Gelenke bewahrt. Auch Kälte- bzw. Wärmepacks können helfen, die Schmerzen zu lindern. Stimmt euch hierzu bitte mit eurem Tierarzt ab. Sanfte Massagen oder physiotherapeutische Übungen können ebenso wie Ruhigstellung von Gelenken helfen.

Auch hier ist die Abstimmung mit dem Tierarzt sehr zu empfehlen. Helft Eurer Katze beim Putzen mit einem Putzhandschuh und ggf. etwas Babyöl zur Pflege des Intimbereichs. Gebt dem Fallknäuel ganz viel Liebe und Zuwendung, hierdurch werden Schmerzen nachweislich gelindert. 3. Diät sollten besonders kastrierte und übergewichtige Kater ab dem 7ten Lebensjahr halten. Auch bei der holden Weiblichkeit steigt die Gefahr, an Altersdiabetes zu erkranken, aber insbesondere Kater sind statistisch gesehen häufiger betroffen. Bei Mensch und Katze ist der Typ-2-Diabetes, die Altersdiabetes, häufig anzutreffen. Auch bei Katzen kann man hier von einer Zivilisationskrankheit reden, da durch die industriellen Fertigfutter mit hohem Getreideanteil die Bauchspeicheldrüse der Kleinraubtiere stark gefordert wird. Im Alter nimmt die Organleistungsfähigkeit generell ab und die Bauchspeicheldrüse ist der Belastung nicht mehr gewachsen. Diabetes stellt sich ein. Woran erkennt man eine Diabetes-Erkrankung? Vermehrtes Trinken und vermehrter Urinabsatz, der Urin riecht süßlich, Heißhunger und vermehrtes Fressen bei gleichzeitiger Abnahme, Müdigkeit und Apathie, stumpfes Fell, häufiges Erbrechen ohne Haarballen oder Futterzuführung.

Der Tierarzt misst den Blutzuckerspiegel und stellt die Katze auf eine entsprechende Insulinmenge ein. Diese kann nur gespritzt werden und die zweibeinigen Katzeneltern werden geschult für das Messen und den Umgang mit den Spritzen. Doch soweit muss es nicht kommen. Typ-2-Diabetes kann, sofern die Bauchspeicheldrüse nicht zu sehr geschädigt ist, durch die Umstellung der Lebens- bzw. Ernährungsgewohnheiten abgewendet werden.

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